Schleifen

Schleifen in der Holzbearbeitung
Das Schleifen dient in der Holzbearbeitung der Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit. Es ermöglicht dem Anwender, einem Werkstück die gewünschte Kontur zu verleihen und eine hohe Oberflächengüte zu erreichen. Für die Qualität des Schleifergebnisses ist neben der richtigen Schleiftechnik vor allem die fachgerechte Ausstattung entscheidend. Je nach gewünschtem Ergebnis werden Schleifaggregate mit unterschiedlichen Merkmalen eingesetzt. Darüber hinaus sind Verbrauchsmittel wie Schleifbänder, Schleifpapier, Klettschleifmittel und Schleifschwämme für einen qualitativ hochwertigen Schliff unverzichtbar.

Die Einsatzgebiete für das Schleifen sind in der Holzbearbeitung äußerst vielfältig. Das Anwendungsspektrum reicht vom Schleifen des abgenutzten Fußbodens über die professionelle Fertigung hochwertiger Möbelstücke bis zum Ausbessern von Kratzern auf Holztreppen. Während bei kleinen Holzwerkstücken überwiegend manuell geschliffen wird, kommen bei größeren Flächen in der Regel elektrische Schleifaggregate zum Einsatz. Unabhängig davon ist es wichtig, sich beim Kauf des Schleifpapiers für die geeignete Körnung zu entscheiden. Die Körnung gibt Aufschluss darüber, in welchem Abstand die Schleifkörner auf dem Papier angeordnet sind und entscheidet letztendlich über die Feinheit des Schliffs. Schleifpapier vom Typ P80 ist beispielsweise nicht so fein wie die Variante P150.


Schleifbedarf für verschiedenste Ansprüche

Technische Details zu Schleifaggregaten
Je nach Anwendung und gewünschtem Schleifergebnis kommen verschiedenste Schleifaggregate zum Einsatz. In der Möbelproduktion sind dies überwiegend Querschleifaggregate und Längsschleifaggregate, die sich hinsichtlich der Schleifrichtung unterscheiden.
Das Querschleifaggregat bearbeitet die Holzoberfläche quer zur Faserrichtung und kann daher hervorragend zum vorbereitenden Grobschliff verwendet werden. Der Feinschliff sollte hingegen vorzugsweise mit einem Längsschleifaggregat durchgeführt werden, um die feinen Holzfasern nicht entgegen ihrer natürlichen Ausrichtung abzuschneiden. Querschliffaggregate werden aber auch im Lackschliffbereich, z.B. bei Hochglanzoberflächen, eingesetzt – speziell wenn dort mit sehr hohen Schleifkörnungen gearbeitet wird.

Eine Kalibrierwalze eignet sich vor allem für die industrielle Fertigung und kann zum Schleifen von Vollholz auf eine gewünschte Dicke eingesetzt werden. Dieser Maschinentyp wird häufig in einem Kombiaggregat mit den Vorteilen eines Längsschleifaggregats kombiniert. Kombiaggregate können in einem ersten Schritt das grobe Zuschneiden des Werkstücks übernehmen und anschließend für den gewünschten Plan- und Feinschliff sorgen.

Bürstenschleifaggregate erlauben darüber hinaus die sehr gleichmäßige und intensive Bearbeitung von Holzoberflächen. Die Bürsten rotieren dabei auf horizontal zur Oberfläche angebrachten Achsen und tragen sehr gleichmäßig Span ab.

Spezielle Verfahren in der Holzbearbeitung
In der Holzbearbeitung wird zwischen einer ganzen Reihe an Schleifverfahren unterschieden, die sich vor allem hinsichtlich der realisierten Oberflächengüte und Feinheit des Schliffs unterscheiden. Beim Massivholzschliff beziehungsweise Kalibrieren von Holzteilen liegt das Augenmerk darauf, das Werkstück auf die gewünschten Maße zu bringen. Die Oberflächengüte und Rauheit ist bei diesem Verfahren zunächst von nachrangiger Bedeutung.
Der Furnierschliff wird speziell bei furnierten Oberflächen angewendet und sorgt dafür, dass die sensible und dünne Struktur des Furniers nicht beschädigt wird. Furnier ist in der Regel nur wenige Millimeter dick und muss daher mit äußerster Vorsicht abgeschliffen werden.
Der Lackschliff beziehungsweise Lackzwischenschliff dient der Bearbeitung von lackierten Oberflächen und zielt auf die Herstellung eines gleichmäßigen Schliffbilds und einer glatten Oberfläche ab. Beim Hochglanzschliff, der meist den letzten Schritt des Schleifens darstellt, gelten höchste Anforderungen an die Körnung des Schleifpapiers. Hier werden in der Regel sehr enge Körnungen ab 320 verwendet.